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Was Sie oben sehen, ist die erste Seite eines alten Tagebuchs, das vor 25 Jahren von Georg Werner und Armin Steiner(damals noch Jugendliche) auf einer ländlichen Müllkippe in Bayern gefunden wurde. Da sie nichts damit anzufangen wußten, ich aber sofort fasziniert war, kaufte ich es ihnen ab bzw. tauschte es. Dummerweise konnte ich aber nur wenige Worte lesen, da das Tagebuch in Sütterlin, der alten deutschen Schreibschrift, abgefaßt war. Daher legte ich es erst einmal in einer Schublade ab.
Vor ein paar Wochen(Juni 2005) - 25 Jahre später - fiel mir das Buch beim Aufräumen eben dieser Schublade wieder in die Hände. Nach kurzem Nachdenken beschloß ich, es bei Ebay zu versteigern. Um es entsprechend anbieten zu können, mußte ich aber wenigstens ein bißchen was über den Inhalt wissen. Also suchte ich im Internet nach entsprechenden Spezialisten und wurde auch sofort fündig. Einerseits gab es da die Sütterlin-Stube, den Verein eines Hamburger Altenheims, andererseits die Historikerin Margarete Ritzkowsky, die solche Übertragungen anboten. Ich ließ also von beiden ein paar Seiten transkribieren. Der Inhalt war so verblüffend, dass ich von einem Verkauf sofort Abstand nahm.
Beshcrieben wurde nicht, wie ich erwartet hatte, ländliches Leben im 19.Jahrhundert, sondern die revolutionären und dank Lola Montez äußerst skandalträchtigen Münchner Jahre von 1847-1849. Der Autor scheint ein ausgesprochener Insider im Geschehen zu sein, er beschreibt Vorkomnisse und politische Hintergründe, die teilweise auch heute noch unbekannt sind. So konnte mir der Amerikaner Bruce Seymour, der Verfasser der wohl profundesten Lola Montez-Biographie, bestätigen, dass ein in dem Tagebuch wiedergegebener Brief von Lola Montez(der erste auf Ihrer Flucht aus München) mit grosser Sicherheit authentisch und auch ihm bisher unbekannt sei.
Auf der nächsten Seite finden Sie die ersten 11 (schon übertragenen) Seiten aus dem Tagebuch des immer noch unbekannten Autors.
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