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Kein Mensch ist ohne Fehler, ich besitze viele; - bin schwach. ---
Apr.
25. Schwerer, als je wurde mir der Abschied vom väterlichen Hause: erklären kann ich mir es nicht: doch fasse Muth, den ein Mann nie verfehlen sollte, es sei denn, er wolle den altenWeibern zum Gelächter dienen. - - Vor Sonnenaufgang entrollte ich mit M. Schad u. A. Schmitt Mün. schlechtgepflasterter Straße u. gelangte, um 7 Uhr in Hofheim einen Imbiß zu mir nehmend vor Tischeit nach Ebern. Hier besuchte ich Onkel Benedikt, vernahm aber leider von der Tante, dass er sich in aller Frühe nach Nürnb. begeben habe. Auch Jos. Will sprach ich über Tische, worauf wir uns wieder in die Kutsche stiegen u. Güßbach gerade erreichten, als vor unsern Augen der Eisenbahnzug nach Bamberg fuhr: da standen wir u. schauten uns einander an, doch fanden wir hierin Entschädigung, daß wir im Wirthshause meinen Onkel, ferner H. Landr. Leutbecher von Launach mit Freul. Tochter trafen. So gelangten wir erst mit dem letzten Zuge nach Bamberg und um 9 Uhr nach Nürnberg. Nichts eiligeres zu thun, hatten wir hier, als in den Posthof zu gehen u. und bis Donauwörth einschreiben zu lassen (3 f. 14 x). Bis 11 Uhr verweilten wir im Gasthaus zum Strauß, bestiegen dann den Eilwagen u. die ganze Nacht hindurch fahrend erreichten wir um ½ 12 Uhr Donauwörth. Von da beförderte uns die Eisenbahn
bis gen 5 Uhr nach München. Schad, als Fremden, begleiteten wir zu Keppler u. von da zu Hildebrand, wo uns dann das Münchner Bier vortrefflich mundete: auch Aquilie u. Heinrich vermehrte die Heiterkeit.
Vor allem besorgte ich meine Inscription in der Universität und machte hierauf bei Tante Augusta u. bei Appel Besuch. Nachmittags ließen wir uns Zacherls Bier in der Au schmecken.
Herrn Forstamts Aktuar v. Haller auf der Straße getroffen: mit ihm einige Partien Billard im Museum gespielt. In der Dien- u. Knorr-Breu gewesen.
Herrn Adv. Riedel u. Herrn Kan. Münz besucht.
Legitimations Charte auf d. Polizei gelöst; Herrn v. Mangstl gesprochen. Schon seit 2 Tagen reiten von Stunde zu Stunde 5 Mann Kuirassiere durch die Strassen Münchens, sowie ebenfalls Piquete Linien-Militär dieselben durchschreiten. Diese Vorsichts Maßregeln mögen hervorgerufen worden sein theils durch die bedauerlichen Vorfälle in Berlin, in Frankf. an d. Oder, in Nürnberg pp., theils durch den herannahenden Mai, wo das Maas Bier 7 Pf. kostet. Ohnedieß hat die Noth heuer einen hohen Grad erstiegen: so kostet in unserm fruchtbaren Bayern der Scheffel Getreide 44-46 f, u. so sind alle Lebensmittel gestiegen: suche man aber nicht diese Theuerung in einem Mißjahre zu deuten, nein die großen Ausfuhren u. der hiedurch herbeigeführte Wucher – die Regierungen hätten längst dagegen energisch auftreten sollen! –diese sind die Ursache. Welchen Aussichten gehen wir entgegen, wenn ein Mißjahr eintreten sollte! O, ihr 38 Fürsten Deutschlands, ihr seid Bl. ... ...
30. In der Restauration français ein Dejeuner genommen. In der Erzgießerei bewunderten wir die kolossale Bavaria, deren Haupt, Arme, Oberu. Unterleib bereits gegossen ist, durch ihren Siegeskranz konnte ich fast aufrecht gehen. Die Statuen: Fürstbischof Julius von Würzb. und König Odoaker werden eben jetzt ciselirt. –
Nachmittags floß der erste Bock u. Schad zu Liebe begab ich mich in die Bockhalle: da war denn ein Lärmen, Geschrei, Stoßen während die Musik in grellen Weisen dazu stöhnte u. die RadiWeiber kreischten: daß ich mich freute, nachdem ich mein Glas geleert, diese dampfigen Hallen verlassen zu können.
Der so gefürchtete erste Mai ging im G... ohne bedeutende Ruhestörung vorüber; nur gen den Bockkeller, wo die Köpfe nachmittags etwas erhitzter sein mochten, schritten 24 Mann Gendarmerie, indem man dort die Gläser u. Krüge zusammenschmetterte. Auch einige Studenten sollen bei diesem Vorfalle arretirt worden sein.
Bei Herrn Advokaten Riedel zu Mittag gespeist.
Morgens im Bockkeller den durch die fliegenden Blätter bekannten Maler Stauber kennen gelernt.
Nachmittags begleiteten wir (Aquil. u. Heinr. Schad) Max (Block), der wieder nach Franken reist, an die Eisenbahn, wo er, unter Versicherung, es habe ihm hier sehr gut gefallen, von uns Abschied nahm. Wir selbst machten aber von da noch einen Spaziergang nach Sendling.
Nach einem Anschlage am schwarzen Brett ist es nun auch den Philosophen gestattet einer Verbindung beizutreten. Diese Verordnung hätte schon längst erscheinen sollen, indem das Verbot gerade das Gegentheil bezweckt hatte. Auch wurde ein neues Corps „Isaria“ vom Ministerium privilegirt, so daß jetzt 5 Verbindungen an unserer Universität vegetiren: die der Schwaben mit schwarzen, der Franken mit dunkelgrünen, der Bayern mit weisen, der Pfälzer mit rothen, u. die der Isaren mit hellgrünen Kappen. Außer diesen schleichen noch die Burschen im Dunkeln. Im ganzen jedoch wird der Corpsstudent ebenso wenig beachtet,als der Obscurant u. wenn auch viele Studenten die hiesige Universität besuchen, sie verschwinden in der großen Hauptstadt.
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